Outdoor-Wohnzimmer

Sonnenschutz für die Terrasse: Markise, Sonnensegel, Schirm, Pergola

Ohne Schatten bleibt das Outdoor-Wohnzimmer im Sommer leer. Welche Lösung passt, hängt davon ab, woher die Sonne kommt, wie viel Wind weht und ob du bauen willst oder nur aufstellen.

Stand: 7. November 2026

Erst die Himmelsrichtung

Eine Südterrasse bekommt mittags hohe Sonne von oben, da hilft ein Dach, eine Markise oder ein großer Schirm über der Sitzfläche. Eine Westterrasse bekommt abends tiefe Sonne von der Seite, gegen die ein Dach kaum etwas ausrichtet. Dort helfen senkrechte Beschattungen wie Senkrechtmarkise oder Seitenwand. Das ist keine Norm, sondern einfache Geometrie: Je tiefer die Sonne steht, desto weiter fällt sie unter jedes Dach.

Markise

Markisen werden nach DIN EN 13561 in Windwiderstandsklassen eingeteilt. Der Hersteller Griesser nennt für den Windwächter diese Einstellwerte:

KlasseWindgeschwindigkeit
0unter 28 km/h
128 km/h
238 km/h
348 km/h

Klasse 0 heißt laut BauNetz Wissen: nicht geprüft oder Mindestanforderung nicht erfüllt, bei Wind nicht nutzen. Ein Windwächter fährt die Markise automatisch ein, kann sie aber nicht vor plötzlichen Böen schützen und erkennt Auf- und Abwinde meist nicht. Vor einem Sturm also immer selbst einfahren.

Sonnensegel

  • Gefälle: mindestens 15° Neigung, damit sich bei Regen kein Wassersack bildet. Pfosten etwa 10° nach außen geneigt setzen.
  • Spannung: so straff wie möglich. Laut toom wirken dabei 60 bis 70 kg pro Ecke. Zwischen Befestigungspunkt und Öse mindestens 30 cm Platz für den Spanner lassen.
  • Pfosten: Fundamentloch etwa 50 × 50 × 80 cm mit Kies als Drainage, Bodenhülse knapp unter der Grasnarbe.
  • Wand: in Beton mit Ankerplatten, in anderem Mauerwerk mit Gewindestangen und Montagemörtel, bei gedämmter Fassade mit speziellen Ankerplatten mit Abstandshaltern.
  • UV-Schutz: Das Label UV Standard 801 von Hohenstein prüft den Schutzfaktor auch gedehnt, nass und gealtert, also so, wie das Segel tatsächlich hängt.

Sonnenschirm

Ampelschirme brauchen schwere Ständer. Für einen Ampelschirm mit 3 m Durchmesser nennt OBI als Faustwert 40 bis 50 kg; der mitgelieferte Ständer reiche dort nur bis Windstärke 3. Bei Böen schließen, bei starkem Wind und Regen geschlossen lassen.

Lamellendach und Terrassenüberdachung

Ein Lamellendach, oft bioklimatische Pergola genannt, hat drehbare Aluminiumlamellen. Leicht geöffnet entweicht warme Luft nach oben, geschlossen ist es regendicht; das Wasser läuft meist durch die Pfosten ab. Baurechtlich wird so ein Dach in der Regel wie eine Terrassenüberdachung behandelt.

Ob du dafür eine Genehmigung brauchst, regelt jedes Land selbst. Sicher belegt haben wir zwei Länder:

  • Nordrhein-Westfalen: verfahrensfrei bis 30 m² Fläche und 4,50 m Tiefe (§ 62 Abs. 1 Nr. 1 g BauO NRW). Beim freistehenden Haus mit 3 m Abstand zur Grenze, bei Doppel- und Reihenhäusern auch direkt an der gemeinsamen Grenze.
  • Bayern: verfahrensfrei bis 30 m² Fläche (Art. 57 BayBO, laut Merkblatt der Stadt München).

Für die anderen Länder widersprechen sich die Angaben in Ratgebern; wir prüfen sie gerade an den Landesbauordnungen. Verfahrensfrei heißt nie automatisch erlaubt: Bebauungsplan, Abstandsflächen und Nachbarrecht gelten weiter, und verbindlich entscheidet die Bauaufsicht.

Schatten und Technik

Ein Dach über der Terrasse ist der beste Platz für Lautsprecher, Heizstrahler und einen Outdoor-Fernseher, weil Regen und Sonne abgehalten werden. Abstände von Heizstrahlern zu Markise und Schirm stehen in deren Anleitung, siehe Heizstrahler: Strom oder Gas.

Häufige Fragen

Bei welchem Wind muss die Markise rein?

Das hängt von der Windklasse der Markise ab. Klasse 1 ist bis etwa 28 km/h ausgelegt, Klasse 2 bis 38 km/h, Klasse 3 bis 48 km/h. Ein Windwächter fährt sie automatisch ein, schützt aber nicht vor plötzlichen Böen. Vor einem Sturm die Markise immer einfahren.

Wie schwer muss der Ständer für einen Ampelschirm sein?

Für einen Ampelschirm mit 3 m Durchmesser nennt ein Händler als Faustwert 40 bis 50 kg. Der mitgelieferte Ständer reiche dort nur bis Windstärke 3. Eine verlässliche Tabelle für alle Größen gibt es nicht, maßgeblich ist die Angabe des Herstellers.

Brauche ich für eine Terrassenüberdachung eine Baugenehmigung?

Das hängt vom Bundesland ab. In Nordrhein-Westfalen sind Terrassenüberdachungen bis 30 m² Fläche und 4,50 m Tiefe verfahrensfrei, in Bayern bis 30 m² Fläche. Verfahrensfrei heißt aber nicht, dass alles erlaubt ist: Bebauungsplan, Abstandsflächen und Nachbarrecht gelten weiter. Frag im Zweifel bei der Bauaufsicht nach.

Quellen

Alle Angaben ohne Gewähr und keine Rechts- oder Elektroberatung. Maßgeblich sind Gesetze, Normen, die Vorgaben deines Netzbetreibers und die Anleitung des Herstellers. Arbeiten am 230-V-Netz nur durch einen im Installateurverzeichnis eingetragenen Elektrobetrieb.